Pressebericht:  Eintrag vom Sonntag, 31.05.2009
Einweihung des Erweiterungsbaus und Fahrzeugübergabe am 08.05.2009

Im  Rahmen einer Festveranstaltung wurden am 08.05.2009 ein Erweiterungsbau mit zwei Stellplätzen für Großfahrzeuge, einem Unterkunfts- und einem Werkstattbereich sowie vier neue Fahrzeuge gesegnet und offiziell ihrem Verwendungszweck übergeben.

Der Amtsleiter und Stadtbrandrat Friedhelm Weidinger sowie der Vorstand der Freiwilligen Feuerwehr Erlangen-Stadt konnten 200 Gäste aus dem Bereich der Politik, der Wirtschaft, des Sicherheitswesens und aus dem haupt- und ehrenamtlichen Bereich der Feuerwehren begrüßen. Neben Grußworten von Oberbürgermeister Dr. Siegfried Balleis und dem Staatsminister des Innern Joachim Herrmann hielten der Vorstand der Freiwilligen Feuerwehr Erlangen-Stadt Michael Gietl und der Stadtbrandrat Friedhelm Weidinger die Laudatio. Die Segnung des Erweiterungsbaus und der vier neuen Fahrzeuge wurde von Pfarrer Berger und Pfarrer Meyer vorgenommen. Für die musikalische Umrahmung sorgte das Saxophon-Quartett der Musikschule Erlangen.

Im Bild: Pfarrer Meyer und Pfarrer Berger bei der Segnung

 

Das hauptamtliche Personal der Ständigen Wache und die Aktiven der 13 Freiwilligen Feuerwehren stellen einen wesentlichen Bestandteil des Sicherheitswesens der Stadt dar. Nur im Zusammenwirken von haupt- und ehrenamtlichen Feuerwehraktiven sind die Anforderungen an die Feuerwehr Erlangen zu meistern. Gemeinsam bewältigen sie jährlich über 1500 Einsätze im ganzen Stadtgebiet.

Vor einigen Wochen stand in den Erlanger Nachrichten die Überschrift „Klinik-Neubauten wandeln das Gesicht der Medizinstadt - In den kommenden Jahren fließen über 400 Millionen Euro in Neubauten und Sanierungsprojekte des Universitätsklinikums“. Diese massiven baulichen Maßnahmen bedeuten für Erlangen hunderte neuer Krankenbetten, neue Operationssäle, neue Intensivstationen und vieles mehr; darüber hinaus entstehen neben all den bereits bestehenden Kliniken und Forschungsbereichen, u.a. Neubauten bei den Firmen Siemens und Areva, ein neues Chemikum und das Max-Planck-Institut. Und das alles ist gut so für die Stadt Erlangen. Diese Einrichtungen bringen jedoch neben allem Benefit auch eine Erhöhung des Gefahrenpotentials mit sich!

Aus diesem Grund ist es unabdingbar notwendig, dass das größte städtische Sicherheitsunternehmen, die Feuerwehr, mit dieser positiven Entwicklung Schritt hält und mitwächst. Der Neubau mit dem Unterkunftsbereich für die Freiwillige Feuerwehr, den Stellplätzen und den Werkstätten sowie die vier neuen Einsatzfahrzeuge tragen dazu bei, die täglich an die Feuerwehr gestellten Aufgaben professionell zu bewältigen.

Die Freiwillige Feuerwehr Erlangen-Stadt und die Ständige Wache haben auf der Hauptfeuerwache ihr gemeinsames Domizil. Die Freiwillige Feuerwehr Erlangen-Stadt rückt zum einen bei entsprechenden Schadenslagen zur Unterstützung der hauptamtlichen Einsatzkräfte an die Einsatzstelle nach, zum anderen übernehmen sie oftmals bei laufenden Einsätzen die über viele Stunden währende Wachbesetzung zur Sicherstellung des Brandschutzes im Stadtgebiet. Insgesamt wird die Freiwillige Feuerwehr Erlangen-Stadt rund 70- bis 80-mal im Jahr alarmiert.

Vormals befanden sich die Schutzkleidung und die Umkleidemöglichkeiten für die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr in einem Kellerraum; die Zugänglichkeit entsprach u.a. nicht den Anforderungen der Unfallverhütungsvorschriften. Während der nächtlichen Alarmierungen verbunden mit einer Wachbesetzung lagen die Einsatzkräfte zum Teil im Flurbereich der Hauptfeuerwache, da keine adäquaten Rückzugsmöglichkeiten vorhanden waren.

Vor knapp zwei Jahren traten die Verantwortlichen der Feuerwehr mit einem Konzept für einen Erweiterungsbau an den zuständigen Referenten, Bürgermeister Gerd Lohwasser heran. Damit eine Sicherstellung der Einsatzbereitschaft rund um die Uhr erfolgreich fortgeführt werden kann, sollte eine geeignete Unterbringungsmöglichkeit für Mannschaft und Gerät geschaffen werden. Gemeinsam mit den Feuerwehrstadträten Adam Neidhardt und Fred Milzarek wurde das Konzept verfeinert, finanziell auf stabile Füße gestellt und im Oktober 2007 vom Stadtrat beschlossen.

Der Verein der Freiwilligen Feuerwehr Erlangen-Stadt erhielt einen Zuschuss von 409.000 Euro. Mit unbeschreibbarer Eigenleistung von den Ehrenamtlichen der Freiwilligen Feuerwehr Erlangen-Stadt und des hauptamtlichen Personals wurde unter der Leitung vom 2. Vorstand des Vereins, Herrn Michael Gietl, ein Provisorium, bestehend aus einem Werkstattgebäude (Baujahr 1956) und drei Pkw-Garagen (Baujahr 1975), abgerissen und es entstand ein Erweiterungsbau.

Die Freiwillige Feuerwehr Erlangen-Stadt hat endlich ein eigenes Unterkunftsgebäude mit Unterbringungsmöglichkeiten für die Schutzkleidung, Umkleidemöglichkeiten für Männer und Frauen sowie Sanitäranlagen, einen Aufenthaltsbereich für die oftmals viele Stunden dauernden Wachbesetzungen sowie ein Büro mit Besprechungsmöglichkeit für die Führungskräfte. Das notwendige zeitnahe Ausrücken im Alarmierungsfall wurde durch ein Optimieren der Wege sichergestellt, da eine direkte Zugänglichkeit vom Parkplatz zum Umkleidebereich und vom Umkleidebereich zu den Einsatzfahrzeugen geschaffen wurde. Darüber hinaus stehen zwei weitere Stellplätze für Großfahrzeuge, eine Garage für zwei Pkw sowie ein Werkstattbereich mit Schreinerei, Feuerlöscher- und Funkwerkstatt für die hauptamtlichen Mitarbeiter zur Verfügung!

In nur sechs Monaten entstand der Erweiterungsbau in Sandwichelementebauart mit einer Nutzfläche von 450 qm und einem Bruttorauminhalt von ca. 2500 cbm. Mit dem Zuschuss von 409.000 Euro und der aufgebrachten Eigenleistung im Gegenwert von über 280.000 Euro kann der Erweiterungsbau mit nahezu 700.000 Euro in die Bilanz eingestellt werden.

Zu einer adäquaten Ausrüstung zählt neben einer geeigneten Feuerwache ein moderner Fahrzeugpark; aus diesem Grund wurden mit großer Freude neben der Einweihung des Erweiterungsbaus auch vier neue Fahrzeuge ihrer offiziellen Bestimmung übergeben.

Ein neues Mehrzweckfahrzeug wurde auf einem Ford Transit-Fahrgestell vom Autohaus Konrad von der jungen, innovativen und expandierenden Firma compoint in Baiersdorf als Feuerwehrfahrzeug ertüchtigt. Dieses Fahrzeug wird vielfältig eingesetzt: es dient für Dienstreisen, dem Mannschaftstransport (von der Jugendfeuerwehr bis zum hauptamtlichen Personal) und als Führungsfahrzeug, wenn mehrere Züge im Einsatz sind. Bei Unwettereinsätzen wird es mit Mannschaft und notwendigem Gerät, wie zum Beispiel Wassersauger, Tauchpumpe oder Motorsäge bestückt.

 

 

Ein neues Löschgruppenfahrzeug ergänzt als viertes Fahrzeug die Löschgruppenfahrzeuge auf der Hauptfeuerwache und dient der Erhöhung der Redundanz. Es kommt bei Brandeinsätzen und zu technischen Hilfeleistungen zum Einsatz. Die Ausstattung ist auf die aktuellen Bedürfnisse ausgelegt, wo mit stetiger Zunahme von Unwettereinsätzen zu rechnen ist. Neben der Ausstattung für Brandeinsätze ist es mit Wassersauger, Tauchpumpe und Motorsäge ausgestattet. Dieses Fahrzeug auf einem MAN-Fahrgestell wurde von der Firma Ziegler ausgebaut und ersetzt ein 42 Jahre altes Löschgruppenfahrzeug.

Das neue Kleinalarmfahrzeug ersetzt zwei Fahrzeuge; ein Fahrzeug zur Ölbeseitigung und ein Fahrzeug für die vielfältigsten Kleineinsätze. Die beiden ersetzten Fahrzeuge hatten ein Gesamtalter von 55 Jahren; der TÜV hatte die Beziehung zur Feuerwehr beendet.

Dieses neue Fahrzeug deckt die ganze Bandbreite der Kleineinsätze ab; es unterstützt die Feuerwehr bei den Aufgaben, die sie sich als Dienstleister auf die Fahne geschrieben hat. Dieses Fahrzeug rückt aus bei Ölspuren, Wasser- und Sturmschäden, zu Wohnungstüröffnungen, zum Verschalen von zerstörten Schaufensterscheiben; zur Tierrettung wie zum Beispiel dem Einfangen einer 10-köpfigen verirrten Entenfamilie und immer dann, wenn Bürgerinnen und Bürger um kleine technische Hilfe bitten. Dieses Fahrzeug wurde auf einem Mercedes-Fahrgestell von der Firma Hensel ausgebaut.

Die neue hochmoderne Drehleiter ersetzt eine Magirus-Drehleiter, die nächstes Jahr ihren 30. Geburtstag feiert. Die Drehleiter ist u.a. Bestandteil des sogenannten Löschzuges und stellt bei vielen Objekten im Stadtgebiet im Bedarfsfall den baurechtlich geforderten zweiten Rettungsweg dar. Sie dient im Brandfall zur Menschenrettung bis zu einer Höhe von 23 Metern und zur Brandbekämpfung; darüber hinaus wird sie zur technischen Hilfeleistung, zum Beispiel bei Sturmeinsätzen und zur Patientenrettung in Zusammenarbeit mit dem Rettungsdienst eingesetzt. Dieses Fahrzeug, ausgestattet mit der modernsten Technik, wurde auf einem Mercedes-Fahrgestell von der Firma Metz gebaut.

Ein Dankeschön wurde an den Staatsminister Joachim Herrmann ausgesprochen. Vom Freistaat Bayern wurden zu drei der Fahrzeuge insgesamt 200.000 Euro an Fördergeldern ausgezahlt.

Im Bild: Staatsminister Joachim Herrmann

 

Der Amtsleiter schloss seine Laudatio mit folgende Worten: „Ich wünsche mir, dass uns all die, die uns in den vergangenen Jahren geholfen haben, das Gesicht der Feuerwehr Erlangen zu wandeln auch weiterhin auf diesem eingeschlagenen Weg unterstützen, damit unsere Feuerwehr mit der positiven Entwicklung unserer Stadt mitwachsen und Schritt halten kann und den täglich anstehenden Aufgaben gewachsen ist. Nochmals ein herzliches Dankeschön an Bürgermeister Gerd Lohwasser, der meinen und unseren Konzepten die notwendigen Türen geöffnet hat, allen Stadträten, im speziellen unseren Feuerwehrstadträten und vor allem Euch, liebe Haupt- und Ehrenamtliche, ohne Euer großartiges Engagement wäre es nicht möglich, unsere Leitidee „Sicherheit erlangen – Kompetente Hilfe rund um die Uhr“ für die Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt an 365 Tagen im Jahr mit dieser hohen Qualität sicherzustellen.

 
F. Weidinger   M.Gietl
Amtsleiter   Vorstand
   
Bericht: F. Weidinger, M. Gietl
Fotos: Feuerwehr Erlangen
 
 

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