Pressebericht:   Erlanger Nachrichten vom 25.05.2009
Kindergarten in Flammen
Großeinsatz der Feuerwehr in Büchenbach - Einrichtung derzeit nicht nutzbar - Zwei Leichtverletzte

Ein Großfeuer hat in der Nacht zum Sonntag den städtischen Kindergarten «Rasselbande« in der Schweinfurter Straße in Büchenbach zerstört. Der Sachschaden geht in die Hunderttausende. Es war vermutlich Brandstiftung.

ERLANGEN (kds/eye) – Bereits sieben Minuten nach dem ersten Notruf kurz nach Mitternacht traf die Büchenbacher Wehr am Brandort ein. Sie stellte fest, dass im Eingangsbereich die Müllcontainer brannten, und sich die Flammen bereits durch den Vollwärmeschutz aus Kunststoff an der Außenfassade ausgebreitet und sich durch Fenster und die Dachbalken in das Innere des Gebäudes gefressen hatten. Innerhalb kürzester Zeit brannte das komplette Dach, die Flammen schlugen mehrere Meter hoch aus dem Gebälk. Es wurde Großalarm gegeben und sämtliche Vorortwehren von der Einsatzzentrale alarmiert, um genügend Atemschutzträger zur Verfügung zu haben.

Eine Drehleiter wurde im Hof des L-förmigen Gebäudes in Stellung gebracht, um von dort den Brand zu bekämpfen, der sich schnell immer weiter ausbreitete. Zuerst hatten die Feuerwehrmänner allerdings Probleme, durch die engen Wege und an Bäumen vorbei dorthin zu gelangen. Die zweite Drehleiter konnte zunächst nicht eingesetzt werden, weil Bäume und Sträucher im Weg waren. Mit Motorsägen mussten die Einsatzkräfte ihr zuerst eine Schneise schneiden.

Immer neue Glutnester

Zwar war das Feuer nach etwa einer Stunde weitestgehend gelöscht, aber an vielen Stellen flammte es immer wieder auf. Erst gegen Morgen konnten die Einsatzkräfte wieder abrücken, und nur die Wehr aus Büchenbach musste eine Brandwache stellen.

Noch in der Nacht war Bürgermeister und oberster Katastrophenschützer der Stadt, Gerd Lohwasser, zum Brandort geeilt, um sich einen Überblick vom Ausmaß des Unglücks zu verschaffen. Zusammen mit Feuerwehrleuten sicherten Kindergartenleiterin Ute Benke und zwei Mitarbeiterinnen noch während der Löscharbeiten zahlreiche Akten, unter anderem auch die mit den Adressen der 116 Kinder, die in vier Gruppen und einer Krippe in der «Rasselbande« betreut wurden. Bereits am Morgen nach dem Brand informierte sie gemeinsam mit Edeltraut Höllerer vom Stadtjugendamt die betroffenen Eltern.

Höllerer werde auch versuchen schnell eine Ersatzbleibe für die Kinder zu finden, denn der Kindergarten ist auf unabsehbare Zeit nicht mehr nutzbar. Das alles könne aber endgültig erst am heutigen Morgen geschehen. Damit nicht durch Gewitterschauer noch mehr Wasserschaden entsteht, beauftragte Lohwasser das Gebäudemanagement, den zerstörten Dachstuhl mit Planen abzudecken. An einigen Wänden hängen noch Bilder von den Kindern, die sie nach einem Besuch der Feuerwehr vor wenigen Tagen gemalt hatten.

In den Räumen der Einrichtung sieht es schlimm aus. Das Mobiliar im Obergeschoss ist komplett zerstört, das Löschwasser trieft durch die Decke, und überall steht Wasser. Schließlich waren etwa 70 Kräfte im Einsatz. Auch die Rettungsdienste, Notärzte und die Polizei hatten Großeinsatz, zwei Feuerwehrleute wurden leicht verletzt. Der Schaden wird auf rund 750000 Euro geschätzt.

Quelle: (kds/eye) / Nürnberger Nachrichten
Fotos: Klaus-Dieter Schreiter

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