Bericht: Stadt Erlangen/smü  

77 Jahre alter Oldtimer rundum restauriert zurück in Erlangen

 

Zwei barocke „Stücke“: Die alte Kraftfahrdrehleiter vor der Orangerie im Schlossgarten. Foto: Alexander Müller

 
 

 

 
 

Sie ist wieder „daheim“: die 77 Jahre alte Kraftfahrdrehleiter der Feuerwehr Erlangen. Der Oldtimer wurde am Samstag am Hugenottenplatz von der Freiwilligen Feuerwehr Erlangen-Stadt e. V., Bürgermeisterin Birgitt Aßmus sowie Bayerns Innenminister Joachim Herrmann der Öffentlichkeit vorgestellt. Ungewöhnlich war die umfassende, rund zehn Monate dauernde Sanierung: Ein Häftling der Justizvollzugsanstalt Nürnberg (JVA) hatte das Fahrzeug bis auf die letzte Schraube zerlegt, neu aufgebaut und repariert. Der gelernte Schreiner- und Kfz-Meister hatte die  Aufgabe gern übernommen. Zustande kam der Kontakt zwischen Stephan Neubauer, 2. Vorsitzender des Feuerwehrvereins Erlangen-Stadt, und Reiner Meier, Leiter der Schreinerwerkstatt in der JVA. „Das war eine schöne und kreative Herausforderung“ sagte der Insasse. Lediglich der 26 Meter lange Leiterpark kam zum ursprünglichen Hersteller, der Firma Metz, nach Karlsruhe.

 
 

 

 
 

 
 

Foto: smü

 
     
 

 
 

Foto: smü

 
     
 

In seiner Begrüßung dankte der 2. Vorsitzende Stephan Neubauer den Firmen und Unterstützern: „Ohne Sie hätten wir diese Aufgaben nicht stemmen können. Ich danke Ihnen im Namen der gesamten Feuerwehr ganz herzlich dafür“. Neben der Sparkasse, den Erlanger Stadtwerken und der GEWOBAU beteiligten sich die Bergmüller Energie & Service GmbH, die Rudolf Kempe GmbH & Co. KG sowie Metz aerials (Karlsruhe) mit einer Spende. Der Musikverein Büchenbach umrahmte die einstündige Veranstaltung.

 
     
 

 
 

Foto: smü

 
 

 

 
 

 
 

Foto: smü

 
 

Geschichte

 
 

Erstmals eingesetzt wurde das Drehleiterfahrzeug in Gotha (Thüringen). Später wurde sie – wie im Dritten Reich üblich – grün lackiert und einem Feuerschutz-Regiment der Polizei in Sachsen zugeteilt. Während des Zweiten Weltkriegs kam das Gefährt in Rumänien zum Einsatz, um brennende Ölfelder zu löschen. In einem Wald bei Hof (Oberfranken) wurde sie schließlich zum Ende des Kriegs „vergessen“. Der spätere amerikanische Stadtkommandant von Erlangen fand die Drehleiter dort und weil es in der Hugenottenstadt nach dem Krieg kein Feuerwehrfahrzeug gab, wurde sie nach Erlangen geschleppt. Dort leistete sie bis 1968 wertvolle Dienste. Der „Ruhestand“ begann in einer Halle im Ortsteil Kosbach. Beim Transport zur JVA nach Nürnberg bzw. zur Firma Metz nach Karlsruhe (2011) leisteten die Ortsverbände Erlangen und Fürth des Technischen Hilfswerks mit einem Tieflader „Amtshilfe“.

 
 

 
 

Politik, Verantwortliche und Sponsoren gemeinsam mit dem „Restaurator“. Foto: smü

 
     
 

 
 

Jetzt schon begehrtes Fotoobjekt: Die Büchenbacher Musiker nach ihrem Auftritt. Foto: smü

 
     
 

Insbesondere mit weiteren technischen Informationen stand die Feuerwehr Freising (Oberbayern) beratend zur Seite. Dort steht eine ähnliche Kraftfahrdrehleiter.

Der Fotograf Michael Meyer (Nürnberg, www.meyer-fotodesign.de) hat den Oldtimer ins rechte Licht gerückt und kostenlos eine Bilderserie, u.a. für Erinnerungsgeschenke, dazu bearbeitet.

 
     
 

Text + Fotos: Stadt Erlangen/smü

 
 

Daten: Kraftfahrdrehleiter KL-26

 
  Baujahr                       1936  
  Fahrgestell                  Mercedes Benz LoD 3750  
  Motor                          6-Zylinder-/4-Takt-Reihen-Vorkammer Diesel, Wasserkühlung  
  Hubraum/Leistung      7.274 ccm, 100 PS (bei 2.000 U/min)  
  Leiter                          26 Meter  
 
 
 
 
 

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