Pressebericht: Michael Busch / Fränkischer Tag vom 01.07.2011  

Ein großer Zapfenstreich mit Tränen der Rührung

 

Abschied Mit einem Großen Zapfenstreich wurde Gerd Lohwasser, Bürgermeister und zuständig für die Feuerwehren, von seinen Kameraden verabschiedet.

 

Bis zuletzt hat Gerd Lohwasser nichts gewusst. Selbst seine Krawatte wollte er nicht mitnehmen. Immerhin hatte es in der kurzen Einladung nur geheißen, dass die Feuerwehr Erlangen ihn mit einem Grillfest verabschieden mag.

Bei all den offiziellen Terminen, die der scheidende ehrenamtliche Bürgermeister zurzeit zu absolvieren hat, ein willkommener Anlass "mal zu entspannen". Doch beim Einfahren auf den Hof der Hauptfeuerwehrwache schwante dem CSU-Politiker bereits etwas. Es gab einen Grill und es roch verdächtig nach Bratwürstchen. Doch gab es in der Fahrzeughalle auch noch eine große Bühne und eine Bestuhlung für rund 300 Gäste.

 Beeindruckende Kulisse auf dem Hof der Hauptfeuerwehrwache.      Foto: Sebastian Müller

 

 

 

Seine "Referate" respektive deren Amtsleiter hatten ein Programm zusammengestellt, um sich von einem Dienstherren zu verabschieden, der von den Führungskräften ebenso gemocht wurde, wie von den "ganz normalen Angestellten". Schulamt, Sport- und Bäderamt und das Amt für Brand- und Katastrophenschutz hatten ein buntes Programm zusammengestellt, das kurzweilig das Leben Lohwassers nochmals Revue passieren ließ.

 
 

Der Höhepunkt startete dann aber mit dem Anbrechen der Dämmerung. Doch zunächst eine Frage. Was haben Helmut Kohl, Gerhard Schröder und Gerd Lohwasser gemeinsam? Die Parteizugehörigkeit ist es nicht, vielmehr die Tatsache, dass alle drei mit einem Großen Zapfenstreich verabschiedet wurden. Und gibt es einen Unterschied?

 
 

Vier Jahrzehnte an der Spitze

 
 

Bei den beiden ehemaligen Bundeskanzlern war es die Bundeswehr, die den Zapfenstreich vollführte, bei Lohwasser, war es "seine" Truppe: die Feuerwehr. Für den Amtsleiter Friedhelm Weidinger, die vielen hauptamtlichen Kräften, aber auch den ehrenamtlich Tätigen der 13 Ortswehren eine Selbstverständlichkeit für einen Mann, der fast vier Jahrzehnte als ehrenamtlicher Bürgermeister an der Spitze Erlangens stand.

 
 

Lohwasser hatte nichts mitbekommen von der Übungsstunde am Montag. Gut 100 Feuerwehrler plus der Musikkapelle Büchenbach hatten den Gleichschritt geübt, das exakte Aufstellen die ungewohnten militärisch-klingenden Befehle. Feuerwehrmann Stefan Neubauer gab die Hinweise, wann die einzelnen Schritte zu absolvieren waren. Er war auch der, der seine Kameraden am "Grillabend" in Stellung brachte.

 
 

Erst als die ersten Fackelträger dann bereitstanden, erahnte Lohwasser, was auf ihn zukommt. Die Feuerwehrkameraden zogen zunächst über den Hof, um dann gegenüber, des auf dem Ehrenpodium stehenden Lohwasser, sich zu formieren. Sichtlich bewegt verfolgte Lohwasser die Zeremonie. Die eine oder andere Träne wischte dieser verstohlen aus den Augenwinkeln. Frank Sinatras "My Way" sorgte für einen bewegenden Moment bei dem 70-jährigen Politiker.

 
 

Hatte er zuvor bei dem Programm in der Halle noch viel gelacht und sich in einer launigen Abschiedsrede bei den Gästen bedankt, verschlug es ihm beim Zapfenstreich die Sprache. Lohwasser war beeindruckt von den Ausführungen, die in weiten Teilen exakt der militärischen Ausführungen entsprachen.

 
 

Der Große Zapfenstreich ist das höchste militärische Zeremoniell der Bundeswehr und die Feuerwehrler nahmen es ebenso ernst. Sowohl der Aufmarsch mit dem Yorckschen Marsch, die Meldung an die zu ehrende Persönlichkeit und die Serenade waren beinhaltet, als auch der Ruf zum Gebet waren vorhanden.

Begeisterung beim Bürgermeister

Gerd Lohwasser kommentierte das Geschehene nach der Veranstaltung - dann bei der eigentlichen Grillfeier: "Es war toll. Ich werde diesen Zapfenstreich sicher nie vergessen." Und ein nebenstehender Feuerwehrmann ergänzte: "Wir werden unseren Feuerwehrbürgermeister auch nie vergessen."

 

Foto: Sebastian Müller

 
     
     
 
QUELLE:  
PRESSEBERICHT: Michael Busch / Fränkischer Tag vom 01.07.2011
PRESSEFOTO: Sebastian Müller
 
 

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