Pressebericht: Michael Busch / Fränkischer Tag - Nachrichten vom 01.01.2011  
Giftalarm im privaten Chemielabor

Einsatz Ein Chemiker hat in seinem privaten Labor experimentiert. Dabei kam es etwa eine halbe Stunde vor Jahreswechsel zu einer heftigen Explosion. Der Mann wurde dabei stark verletzt.

Es war ein ungewöhnliches - ein fast gespenstisches - Bild in den Nachtstunden. Vom Erlanger Ortsteil Neuses aus sah man die vielen Feuerwerkskörper am dunklen Himmelszelt, Detonationen der Knallkörper zeigten den Jahreswechsel an.

Kein Auge dafür hatten die Einsatzkräfte der Erlanger Feuerwehr. Diese waren zunächst zu einem "Kellerbrand" gerufen worden. Doch vor Ort stellte sich die Schadenslage als deutlich schwieriger heraus. Ein Chemiker, der nach ersten Angaben der Polizei, dort ein genehmigtes Privatlabor betrieb, hatte beim Experimentieren eine Explosion verursacht.

Unter anderem habe er mit "Rotem Phosphor" gearbeitet.

 
  Entzündlich bei Reibung  
  Dieser Stoff ist zwar nicht selbstentzündlich, kann aber mit starken Oxidationsmitteln durch geringe Energiezufuhr (Reibung, Schlag) zur schlagartigen Entzündung oder gar zur Explosion gebracht werden. Und genau das ist offenbar passiert.  

Der Mann selber wurde durch die Detonation schwer verletzt, auf dem Experimentiertisch ist ein großes Loch gerissen worden. Die Ehefrau des Betroffenen habe einen dumpfen Knall gehört und sei in das Labor geeilt. Ihr Mann sei ihr allerdings da schon entgegengekommen.

Unklare Lage

Die eingetroffene Feuerwehr zog nach Erkundung des Geländes die Freiwillige Feuerwehr Erlangen hinzu - und die Kosbacher Feuerwehr, die mit der "ABC-Ausrüstung" inklusive dem Dekontaminationszelt nach Neuses eilten. Weiterhin wurde der Sprengmittelräumdienst benachrichtigt. Gemeinsam wurden Proben gezogen, um zu wissen, mit welchen Mitteln der Mann hantiert hat, und mit welchen Gefahren die Einsatzkräfte konfrontiert sind.

Arbeit bis in die Morgenstunden
 

Die Einsatzkräfte waren am ersten Neujahrstag bis weit in den Morgen hinein beschäftigt. Genauere Informationen konnten die Einsatzkräfte zunächst nicht geben.
Ein Dank der Einsatzkräfte ging an die Bewohner in Neuses, die die Kräfte in der kalten Nacht mit warmen Getränken versorgten.

 
     
 

       

 
 

  

 
 

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