Pressebericht: Erlanger Nachrichten vom 13.09.2011  
  Gewaltiger Blitz hinterlässt ein Trümmerfeld  
Armdicker Ast bohrt sich durch das Garagendach einer Kfz-Werkstatt — Im Landkreis Keller unter Wasser
 

In Tennenlohe hat ein heftiger Blitzschlag, der während des Unwetters am Sonntagabend niedergegangen ist, ein Trümmerfeld hinterlassen. Darüber hinaus hielten sich die Schäden aber bis auf ein paar umgestürzte Bäume, die die Feuerwehren beseitigten, in Grenzen.

 

Ein Blitz hat in Tennenlohe eine etwa 25 Meter hohe Zypresse zerlegt und dabei hohen Sachschaden angerichtet.                                                                                                   Foto: Klaus-Dieter Schreiter

ERLANGEN - Matthias Koch zittern selbst am nächsten Morgen noch die Knie: Der Mitarbeiter hatte am Sonntagabend vor der Eingangstüre der KFZ-Werkstatt Gebrüder Barth in Tennenlohe gestanden und sich das Blitzschauspiel am Himmel angeschaut. „Plötzlich hat es einen mordsmäßigen Schlag getan, mir ist alles Mögliche um die Ohren geflogen, und dann war alles voll Qualm und roch nach Schwefel“, berichtet er. Sofort habe er gedacht: Der Blitz hat in den Bungalow nebenan eingeschlagen, dann ist er rübergerannt. Weit ist er aber nicht gekommen.

 

 
 

Der gesamte Hof war mit großen Holzresten übersäht, es lagen dicke Äste herum, und von der mächtigen Zypresse, die vor dem Haus gestanden war, war nur noch ein zerfetzter Stammrest übrig.Der Blitz war nur etwa 15 Meter neben Matthias Koch in den 25 Meter hohen Nadelbaum eingeschlagen, hatte ihn zerlegt als sei eine Schreddermaschine am Werk gewesen. Dicke Splitter hatten sich in die Gebrauchtfahrzeuge gebohrt, die Scheiben durchschlagen, einer blieb erst im Fahrersitz eines Fahrzeugs stecken. Auch durch das Garagentor hatte sich ein armdicker Ast gebohrt — nur drei Meter von Matthias Koch entfernt.

 
 

Aber nicht nur das: Weil sich der Blitz in der Erde ausgebreitet hatte, wurde durch die hohe Spannung alles, das elektrisch betrieben wird, zerstört. „Im Keller sind sogar die Kabel verschmolzen“, sagt Koch. Telefon, Internet, Fernseher — alles ist durch den Blitzschlag zerstört worden. „Wir können nicht einmal mehr telefonieren, dabei sind wir mit unserem Abschleppdienst doch auf das Telefon angewiesen“, klagt Matthias Koch. Dabei ist ihm aber klar, dass er großes Glück gehabt hat. Denn durch die so genannte Schrittspannung, die bei Ausbreitung einer durch den Blitz verursachten Ladung in der Erde zwischen den beiden Beinen entstehen kann, hätte er ohne weiteres getötet werden können.

 
 

Jetzt ist erst einmal ein Sachverständiger am Werk, um den Schaden aufzunehmen. Matthias Koch schätzt ihn auf mindestens 40000 Euro.

 
  Feuerwehr pumpt Keller aus  
 

Das Gewitter — verbunden mit Sturmböen und starken Regenfällen — hat auch die Feuerwehren im Landkreis Erlangen-Höchstadt beschäftigt. Die Wehren rückten 13 Mal bis in den frühen Montagmorgen aus, um vorwiegend umgestürzte Bäume und abgeknickte Äste zu beseitigen. Im Hemhofener Gemeindegebiet legte der Sturm einen Bauzaun zur Seite. In Frohnhof musste kurzzeitig eine Straße von der örtlichen Freiwilligen Feuerwehr wegen Überflutung abgesichert werden. In Neunkirchen und Umgebung waren die Feuerwehren des Landkreises Forchheim bis kurz vor Mitternacht an 15 bis 20 Einsatzstellen unterwegs, wie der Sprecher des Kreisfeuerwehrverbandes Florian Burkhardt mitteilte. Personen kamen nicht zu Schaden. In der Hauptsache handelte es sich hier um voll gelaufene Keller, die die Wehren leer pumpten. Insgesamt sechs Mal mussten die Gelbhelme in Kleinsendelbach ausrücken. Hier war auch ein Zwetschgenbaum auf einen geparkten Opel Corsa gefallen.

 
 

In Adelsdorf knickte der Sturm eine Straßenlaterne ab. Hier wurde der Energieversorger benötigt, um die Laterne stromlos zu schalten. kds/en

 
     
 
QUELLE:  
PRESSEBERICHT: Erlanger Nachrichten  vom 13.09.2011
PRESSEFOTO: Klaus-Dieter Schreiter
 
 

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