Pressebericht: Klaus-Dieter Schreiter, Erlanger Nachrichten vom 21.07.2011  
  Chemieunfall: Arztpraxis wurde evakuiert  
Großeinsatz der Feuerwehren und Rettungskräfte in der Bismarckstraße
 

Ein Großaufgebot von Rettungskräften ist bei einem Gefahrgutunfall in den frühen Abendstunden in der Bismarckstraße im Einsatz gewesen. Dort war in einer Zahnarztpraxis Ammoniak ausgetreten, das zu Tränen reizt und erstickend wirkt. Verletzt wurde bei diesem Chemieunfall glücklicherweise niemand.

 

In der Bismarckstraße hatte sich in den frühen Abendstunden ein Gefahrgutunfall ereignet. Die Erlanger Feuerwehr und andere Wehren waren im Grosseinsatz. Nach dem Einsatz mussten die Wehrmänner dekontaminiert werden.  Foto: K-D Schreiter

ERLANGEN - Unter dem Stichwort „Gefahrguteinsatz groß“ hatte die Integrierte Leitstelle in Nürnberg Großalarm für die Erlanger Feuerwehr ausgelöst, nachdem das Team einer Zahnarztpraxis in einem Raum, in dem sich ein Computertomograph befindet, deutlich stechender Ammoniakgeruch festgestellt hatte.

Der Gefahrgutzug der Ständigen Wache rückte daraufhin komplett aus, deren beide Großraum-Gefahrgutcontainer wurden auf der Straße abgestellt, und die Wehrmänner rüsteten sich mit Chemieschutzanzügen aus. Zudem wurden die dienstfreien Kräfte der Ständigen Wache und der Feuerwehrarzt sowie die Freiwillige Feuerwehr Erlangen-Stadt zur Wachbesetzung alarmiert.

Auch der Rettungsdienst war mit einem Einsatzleiter, dem leitenden Notarzt, einem Notarztfahrzeug und einem Rettungswagen vor Ort.

 

 

 

 
 

In einem Raum der Zahnarztpraxis, die sich in einem viergeschossigen Wohn- und Geschäftsgebäude befindet, maßen die mit Chemieschutzanzügen ausgerüsteten Einsatzkräfte der Feuerwehr eine hohe Ammoniakkonzentration, evakuierten daraufhin die Praxis und forderten die Bewohner des Hauses auf, in ihren Wohnungen zu bleiben und Türen und Fenster geschlossen zu halten. Die Polizei sperrte die Bismarckstraße zwischen Schillerstraße und Luitpoldstraße komplett.

 
 

 

 
 

Einsatzleiter Achim Ande ließ ebenfalls die Freiwillige Feuerwehr Kosbach anrücken. Sie baute vorm Eingang des Hauses eine Dekontaminationsanlage auf, um die eingesetzten Kräfte nach dem Einsatz von der Chemikalie zu säubern.

 
 

 

 
 

 

Erst nach längerem Suchen und der Prüfung diverser Chemikalien- und Medizinbehälter auf undichte Stellen wurde festgestellt, dass das Ammoniak aus einem Medikamentenkühlschrank austrat. Eine durchgerostete Schweißstelle im Kühlsystem war nach Angaben der Feuerwehr der Grund dafür. Nachdem das Gerät ins Freie gebracht worden war ging der beißende Geruch in den Räumen sofort zurück.

 
 

 

 
 

Weil bereits nahezu das gesamte Ammoniak ausgetreten war bestand draußen keine Gefahr mehr. Ohnehin hatte sich das Gas durch die ständige Belüftung der Räume mit einem Hochleistungslüfter und dem Wind draußen schnell verflüchtigt.

 

 Foto: Klaus-Dieter Schreiter

 
 
 

 

 
  Der Einsatz der Rettungskräfte dauerte fast zwei Stunden, während denen es doch zu erheblichen Verkehrsbehinderungen in der Innen- und Oststadt kam. Gegen 19.30 Uhr konnten schließlich sämtliche Absperrmaßnahmen wieder aufgehoben werden. kds   
     
 
QUELLE:  
PRESSEBERICHT: Klaus-Dieter Schreiter,  Erlanger Nachrichten  vom 21.07.2011
PRESSEFOTOS: Klaus-Dieter Schreiter
 
 

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