Pressebericht: Klaus-Dieter Schreiter, Erlanger Nachrichten vom 12.07.2011  
  Mächtiges Gewitter setzte die Stadt unter Wasser  
200 Feuerwehrler hatten alle Hände voll zu tun — Kanalisation konnte Wassermassen nicht mehr fassen — Unibibliothek schwer getroffen
 

ERLANGEN  - Das schwere Unwetter, das am Sonntagabend von Südwesten nach Nordosten über die Stadt gezogen ist, hat Keller und Unterführungen überflutet, Hallen unter Wasser gesetzt und Bäume entwurzelt. Der Schaden ist auch heute noch nicht abschätzbar, dürfte aber in die Millionen gehen.

 

Gegen 19 Uhr zog zunächst eine schwarze Wolkenwand heran, aber der Regen war nur mäßig und das Gewitter noch erträglich. Dann aber entwickelte sich eine mächtige Gewitterzelle über der Stadt, es goss wie aus Eimern und die Temperatur fiel binnen weniger Minuten um etwa 15 Grad. Die Kanalisation konnte die Wassermassen nicht mehr fassen. Sie quollen aus den Gullys und sammelten sich an den tieferen Stellen auf den Straßen.

Wer in der Nordstadt durch die Stadt von Westen Richtung Osten oder umgekehrt wollte, der musste an Frankenschnellweg und Bahndamm aufgeben, denn die Unterführungen waren allesamt vollgelaufen.

Das Unwetter am Sonntagabend hat in Erlangen schweren Schaden angerichtet. In der Güterhallenunterführung blieb dieser Sprinter stecken, die Polizei sperrte sie daraufhin.
                                                                                                     Foto: Klaus-Dieter Schreiter

 
 

Autos blieben stecken

 
 

In der Dechsendorfer Straße beim Schlachthof stand das Wasser einen halben Meter hoch. Einige Autos blieben stecken und mussten herausgeschoben werden, andere versuchten trotzdem ihr Glück.

 
 

Bei der Gerberei stand das Wasser ebenso hoch und drohte in das Parkhaus zu laufen. Die Betonsteinränder verhinderten hier jedoch Schlimmeres. Die Güterhallenunterführung war ebenfalls vollgelaufen. Ein Sprinter blieb im Wasser stecken und musste vom Abschleppdienst geborgen werden. Die Polizei sperrte die Straße, damit nicht noch mehr Autos in die Falle fahren.

 
 

Auch andere Straßen waren überflutet, weil das Wasser aus den Gullys quoll. Schon bald nach Einsetzen des sintflutartigen Regens glühten bei der Integrierten Leitstelle (ILS) in Nürnberg die Notruftelefone. 500 Gespräche wurden in kürzester Zeit entgegen genommen, alle 16 Einsatzleitplätze wurden besetzt, zumal auch noch Teile von Nürnberg und Fürth betroffen waren.

 
  Vollalarm ausgelöst  
 

Feuerwehrchef Friedhelm Weidinger ließ für Erlangen Vollalarm auslösen was bedeutet, dass alle Freiwilligen Feuerwehren aus den Vororten und der Innenstadt, die Werkfeuerwehr Siemens und das Technische Hilfswerk Erlangen ausrücken mussten. Auch die Feuerwehren aus Buckenhof, Uttenreuth, Herzogenaurach und Möhrendorf rückten nach Erlangen aus, so dass schließlich etwa 200 Kräfte in der Stadt im Einsatz waren.

 
  Bäume umgestürzt  
 

Es galt vor allem umgestürzte Bäume zu beseitigen und vollgelaufene Keller leer zu pumpen. Besonders getroffen hat es wieder einmal die Unibibliothek in der Schuhstraße. Das Wasser lief durch die Decke in den Keller und setzte ihn mehrere Zentimeter unter Wasser. Die dort gelagerten alten Buchbände und Zeitungen wurden zum Teil stark beschädigt, der Schaden ist noch nicht absehbar. Ebenfalls ein erheblicher Wasserschaden ist im MTG zu verzeichnen. Hier traf es vor allem die Kellerbühne. Auch viele private Keller in den Vororten sowie im Bereich Innere Brucker Straße, Friedrichstraße und Henkestraße liefen voll und wurden von der Feuerwehr und dem THW leer gepumpt.

Schwer getroffen hat es die Unibibliothek in der Schuhstraße (linkes Bild). Im Foyer und im Keller entstand hoher Schaden, viele alte Schriften wurden nass. In der Felix-Klein-Straße war eine Werkshalle vollgelaufen, die Feuerwehr und Mitarbeiter beseitigten die beträchtlichen Wassermassen.
                                                                                                                    Fotos: Klaus-Dieter Schreiter

 
 
     
 

Hoher Sachschaden entstand auch bei einer Spedition in Frauenaurach. Dort war das Wasser durch das Dach in die Hallen gelaufen in denen wertvolle elektronische Geräte gelagert sind. Zeitweise drohte das Dach sogar einzustürzen, weil die Wassermassen sich auf einer Seite gesammelt hatten.

Die Feuerwehr sperrte den gefährdeten Bereich ab und beorderte alle verfügbaren Wassersauger dorthin, um den Schaden zu begrenzen. Insgesamt zählte die ILS etwa 170 Einsätze nur in Erlangen.
Erst am frühen Morgen waren sie abgearbeitet. Der Gesamtschaden ist noch nicht abschätzbar. kds

 
   

In der Hans-Geiger-Straße wurde eine stattliche Birke entwurzelt. Sie kippte auf das Dach eines Wohnhauses. Die Feuerwehr entfernte den Baum und zersägte den Stamm in kleine Stücke.                                               Foto: Klaus-Dieter Schreiter

 
     
 
QUELLE:  
PRESSEBERICHT: Klaus-Dieter Schreiter,  Erlanger Nachrichten  vom 12.07.2011
PRESSEFOTOS: Klaus-Dieter Schreiter
 
 

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