Pressebericht: Klaus-Dieter Schreiter - Erlanger Nachrichten vom 13.05.2010
Der Stadtbrandrat löste "Vollalarm" aus
Bei dem schweren Unwetter waren alle Feuerwehren im Stadtgebiet im Einsatz - Lokal überschwemmt

Erlangen/ Erlangen-Land   Auch wenn es angekündigt worden war, das Unwetter brach ziemlich plötzlich über Erlangen herein.

Blitz, Donner und Hagel sorgten kurz nach Sonnenuntergang für Weltuntergangsstimmung. Ab etwa 21 Uhr standen bei der Feuerwehr die Notruftelefone nicht mehr still, weil die Bürger voll gelaufene Keller und Garagen, überflutete Straßen und Bäume über den Fahrbahnen meldeten. Zudem wurde noch ein Dachstuhlbrand in der Strümpelstraße gemeldet und ein Gasalarm im Südgelände der Universität, die sich jedoch beide als Fehlalarm herausstellten. Weitere Einsätze kamen durch automatische Brandmeldeanlagen hinzu, die durch das Unwetter ausgelöst worden waren.
 

Stadtbrandrat Friedhelm Weidinger ließ wegen der weit über 100 Schadensmeldungen "Vollalarm" geben, das heißt ausnahmslos alle Freiwilligen Feuerwehren im Stadtgebiet mussten ausrücken, und auch die dienstfreien Kräfte der Ständigen Wache wurden alarmiert. So waren schließlich 130 Kräfte im Einsatz, weitere 30 standen in Alarmbereitschaft.

  Vier Mann für Notrufe

Eine Unterstützungsgruppe der örtlichen Einsatzleitung wurde zur Bewältigung und Koordinierung der Einsätze im Einsatzleitfahrzeug im Hof der Ständigen Wache eingerichtet, während die Einsatzzentrale mit vier Mann die Notrufe entgegen nahm. Besonders schlimm hat es dieses Mal Eltersdorf getroffen. Dort trat der Hutgraben über die Ufer und überflutete weite Teile vom alten Ortskern. Dabei hatte noch während einer Ortsbeiratssitzung im Sommer letzten Jahres ein Gewässerspezialist erklärt, dass die neuesten hydrologischen und hydraulischen Untersuchungen und Berechnungen, die im Auftrag der Stadt durchgeführt worden waren, ergeben hätten, dass weder Eltersdorf noch Tennenlohe überschwemmt werden können.

  Das THW pumpte das Wasser aus dem Hutgraben um Eltersdorf herum.
   
Die Brühe lief im Bereich Egidienstraße/ Weinstraße trotzdem  in die Keller der Häusere und verursachte hohe Schäden.
Die Feuerwehr war bis drei Uhr morgens damit beschäftigt, sie wieder leer zu pumpen. Im Bereich der Sonnenstraße pumpte das Technische Hilfswerk mit Hochleistungspumpen das Wasser aus dem ständig steigenden Hutgraben und leitete es um Eltersdorf herum. Das sorgte schließlich dafür, dass der Pegelstand wieder sank und die Lage sich etwas entspannte.

Versorgungsanlage intakt

Keine Einschränkungen gab es bei der Energieversorgung. Alle Versorgungsanlagen sind intakt, meinte gestern Helmut Kandra, Pressesprecher der Erlanger Stadtwerke: "Bei Strom, Gas, Wasser gab es keine Probleme".

 

Im Erlanger Umland allerdings waren die Feuerwehren stark im Einsatz. Der ab 21.30 Uhr einsetzende Regen, der von schwerem Hagel und Sturmböen begleitet war, ließ etliche Keller volllaufen.

In Uttenreuth wurden in einer Gaststätte alle Lokalräume überschwemmt. Die Feuerwehren aus Uttenreuth, Buckenhof und Weiher pumpten das Gebäude wieder leer. Rund 20 Feuerwehrleute waren damit rund vier Stunden  beschäftigt.

 

 

In der Egidienstraße schoss das Wasser aus dem Hutgraben über die Fahrbahn und strömte in die Keller der umliegenden Häuser.                                 

Quelle: Erlanger Nachrichten vom 13.05.2010
Pressebericht: Klaus-Dieter Schreiter
Fotos: Klaus-Dieter Schreiter

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