Pressebericht: Klaus-Dieter Schreiter,  Erlanger Nachrichten vom 15.11.2010  

Wenn ein Hochhaus plötzlich in Trümmern liegt

ERLANGEN  - Rund 100 Kräfte des Katastrophenschutzes, der Feuerwehr, der Rettungsdienste, von Polizei, Bundeswehr und Technischem Hilfswerks haben unter der Leitung von Katastrophenschutzreferent und Bürgermeister Gerd Lohwasser an einer Großübung mit Katastrophenfallcharakter teilgenommen. Ziel der Übung war es, Verbesserungsmöglichkeiten bei der Bewältigung großer Schadensereignisse zu erkennen und das Zusammenspiel der Stäbe besser abzustimmen.

Ein Hochhaus an der Gerhard-Hauptmann-Straße liegt in Trümmern, Nachbargebäude sind schwer beschädigt, auf der nahen Autobahn A73 werden Fahrzeuge von umherfliegenden Mauerbrocken getroffen, und im Stau verunglückt ein Gefahrguttransporter und setzt giftige Dämpfe frei. Dazu wird auch noch das nahe Umspannwerk beschädigt, so dass der gesamte Erlanger Westen ohne Strom ist.

Dieses Schreckensszenario wünscht sich niemand, es ist auch nicht sehr wahrscheinlich, trotzdem müssen die Organisationen darauf vorbereitet sein. Deshalb übt der Katastrophenschutz der Stadt ein Mal im Jahr in großer Besetzung, wie mit solch einer enormen Schadenslage umzugehen ist. Dazu wurde ein eigenes Drehbuch verfasst, aus dem von einer Übungsleitung den beteiligten Führungskräften, die keine Ahnung davon haben, was auf sie zukommt, jeweils kurzfristig Ereignisse vorgegeben werden.

Auch Pläne und Fotomontagen werden erstellt und an den Führungsstab übertragen, um ein möglichst realistisches Bild der Schadensstelle zu bieten. Da wird dann beispielsweise während der Rettung von Verletzten der Einsturz eines weiteren Gebäudeteils mit verschütteten Rettern gemeldet,

Die Führungsgruppe Katastrophenschutz saß im Unterrichtsraum zusammen, um die Katastrophe in den Griff zu bekommen. Der Raum ist so ausgerüstet, dass er im Katastrophenfall im Handumdrehen umgerüstet werden kann. Bürgermeister Gerd Lohwasser (stehend im weißen Hemd) ist Chef des Ganzen, OB Balleis schaut ihm über die Schulter.                              Foto: Schreiter

 

das Klinikum Nürnberg teilt plötzlich mit, dass es keine weiteren Patienten mehr aufnehmen kann, und Menschen rufen beim Bürgertelefon an und wollen wissen, ob ihre Verwandten verletzt sind. Zu guter Letzt beschwert sich auch noch die Presse über mangelnde Information und Koordination vor Ort, und deshalb muss eine Pressekonferenz organisiert werden.

Die meisten Katastrophenschützer sind während der Übung in der Ständigen Wache der Feuerwehr tätig, kommunizieren über Internet, Funk und Telefon miteinander, organisieren Betten, Bereitstellungsräume, Sammelplätze und Transportmöglichkeiten für die Verletzten. Die Polizei ist zusätzlich mit einem Stab in der Inspektion an der Schornbaumstraße beteiligt, und das Bürgertelefon für Großschadenslagen übt im Rathaus mit. Den ganzen Vormittag versuchen die Kräfte, das virtuelle Chaos in den Griff zu bekommen und werden dabei auch von OB Siegfried Balleis und einigen Stadträten beobachtet. Schließlich lösen sie die Aufgaben vorbildlich, aber in der Hoffnung, dass sie nicht wirklich einmal in eine solche Lage versetzt werden, wie sie ihnen vorgespielt worden ist.

 
QUELLE:   
PRESSEBERICHT: Klaus-Dieter Schreiter / Erlanger Nachrichten vom 15.11.2010
PRESSEFOTO: Klaus-Dieter Schreiter
     

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