Pressebericht:  Michael Busch - Fränkischer Tag / Nachrichten vom 08.06.2010ressebericht:
Auch Helfer müssen aufpassen

Vorsorge  Wenn es brennt, ist die Feuerwehr gefordert. Doch einen Brand auf der Autobahn zu löschen, ist nicht einfach. Denn Gefahren drohen sowohl für die Profis als auch für die weiteren Helfer.

Am Sonntagabend brannte auf der Autobahn kurz vor der Ausfahrt Erlangen-West ein Opel lichterloh. In Sichtweite des Brandortes ist die Feuerwehr Heßdorf. Doch die Sirenen blieben dort ebenso still, wie im nächsten Nachbarort, dem Erlanger Ortsteil Dechsendorf. Dort sahen die Anwohner zwar den Rauch und hörten die anrückenden Einsatzkräfte, doch die Dechsendorfer wurden nicht alarmiert.

Wer bei solch einem Einsatz helfen will, muss auf die Eigensicherung achten. Foto: Michael Busch

Kein Risiko eingehen

Der Grund dafür ist einfach, wie der Stadtbrandrat Erlangens und oberster Feuerwehrmann, Friedhelm Weidinger, erläuterte. "Auch die Feuerwehren fahren im Regelfall nicht als Geisterfahrer auf die Autobahn." Das Risiko eines Unfalls wäre viel zu hoch. Erst wenn die Polizei einen Autobahnabschnitt komplett abgesperrt hat und abgefahren ist, greift man unter Umständen zu dieser ungewöhnlichen Maßnahme. Und selbst dann ist das Risiko für die Einsatzkräfte weiterhin vorhanden. "Da startet einer von einem Parkplatz aus, der die Sperrung nicht mitbekommen hat, und kommt der Feuerwehr plötzlich entgegen." Dies heißt in der Folge, dass es manchmal zu den unglücklichen Folgen wie am Sonntagabend kommt. Die Feuerwehr, die weiter weg ist, hat letztlich den schnelleren Weg, um zu helfen.

Doch was tun, wenn der Wagen brennt? Weidinger erklärt, dass generell gilt: Erst einmal in Sicherheit bringen. Hinter die Leitplanke stellen und Hilfe rufen. Der Feuerwehr oder der Polizei mitteilen, wo das Fahrzeug steht. Die Kilometerangabe oder die nächste Ausfahrt benennen. Immer wieder kommt es zu Fehlfahrten der Feuerwehr, da der Einsatzort nur ungenügend beschrieben ist.

Schweizer Regelung

Für vorbeifahrende Autos gilt: Helfen, wenn möglich. Gerade in der Anfangsphase solch eines Brandes ist ein Feuerlöscher äußerst hilfreich. Sollte das Feuer auf den Innenraum übergegriffen haben, dann nutzt der Löschversuch in der Regel nichts mehr. Aber auch da gilt es: Auf den Eigenschutz achten. Bei der Alarmierung auch daran denken, ob Menschen verletzt sind oder gar im Auto eingeklemmt. In der Schweiz ist es bereits eine Selbstverständlichkeit: "Schwere Motorwagen zum Sachentransport müssen mit Feuerlöschern ausgerüstet werden." Das gilt in Deutschland nur für Gefahrguttransporte, weiß Christian Deisel von der Erlanger Verkehrspolizei.

"Und wenn die neben einem Brand halten sollen, ist das schon eher eine heikle Sache", gibt der erfahrene Beamte zu bedenken. Auch in diesem Falle gilt die Eigensicherung. Wer natürlich die Chance hat und weiß, dass er einen Löscher "an Bord" hat, der sollte natürlich helfen. Und wer nicht helfen kann, sollte vorsichtig, aber zügig an dem Unglücksort vorbeifahren. Leider müsse die Polizei wegen der Gaffer immer wieder Folgeunfälle abarbeiten. Der Blick hat auf dem Vordermann zu ruhen und nicht seitwärts gehen. Die Beifahrer sollten unter Umständen nochmals bei der Polizei anrufen, um zu fragen, ob der Unfall bekannt sei. Hinweis von Deisel: "Keine Angst vor dem Anruf - die Kollegen sind freundlich und die Nummer ist kostenfrei!"

 
Quelle: Fränkischer Tag / Nachrichten vom 08.06.2010
Pressebericht: Michael Busch
Foto: Michael Busch
 
 
 
 

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